Montag, 11. November 2013

EIN MAULKORB IST KEIN STIGMA!!!!

Guten Morgen, 
die letzten Wochen waren turbulent, wir entschuldigen uns schon einmal vorab für unsere Funkstille... 
Wir wollen aber weder zu irgendwelchen "Kampfhundeverordnungen" noch zu Strassenhunden in Rumänien Stellung beziehen, denn das gehört hier alles nicht hin. Wir wollen aber auch nicht ignorant erscheinen, indem wir einfach über diese Themen hinweg sehen, dafür sind sie zu wichtig. Dies kurz zur Erklärung von unserer Seite! 

Aber nun zurück zum eigentlichen Thema: immer wieder begegnen uns Menschen, für die ein Maulkorb eine Art Stigma ist. Sätze wie "ich setze meinem Hund doch keinen Maulkorb auf!!! Da nehm ich ihn lieber an die kurze Leine" begegnen uns jeden Tag. Solche Sätze werden auch gern mit der Aussage "Mein Hund wird dadurch viiiiiel zu sehr beeinflusst" kombiniert. An dieser Stelle werfen wir einmal ein schmunzelndes "seeeehr schade" in den Raum.

Unsere alltäglichen Begegnungen sind von bösen, hilflosen, starrenden oder verschämenden Blicken gespickt. Hunde werden an sich heran (oder auch gern auf den Arm) gerissen. Wir sind die "Aussätzigen" der Siedlung, der grosse, vermeintlich gefährliche Hund immer im Schlepptau. Eigentlich hat niemand gefragt, warum er denn das Körbchen trägt, vielleicht darf er eine bestimmte Stelle nicht ablecken? oder er soll nichts vom Boden aufnehmen? oder der Maulkorb wird gerade eingearbeitet?? (Wer unsere anderen Posts schon gelesen hat, weiss, wie wichtig es ist, dass jeder Hund an einen Maulkorb gewöhnt ist). Fakt ist, die Leute bilden sich eine Meinung ohne zu Fragen. 
Wir begegnen einer Gruppe professioneller Dogwalker... für mich mittlerweile der persönliche Albtraum. Warum? weil die Hunde meist frei laufen (an dieser Stelle sei gesagt, dass ich auch viele Dogwalker kenne, die alle Hunde fest im Griff haben, leider gibt es aber auch viele, bei denen das eben nicht so ist). Ich weiche also auf das Feld aus, mit Hunden im Fuss, aber ein kleiner frecher Hund traut sich dennoch, mich und meine Hunde lautstark bellend anzupöbeln - während meine beiden Hunde ruhig sind. Leider bekommen wir wieder nur böse Blicke... und den Satz "Suuuuuuussiiiiiiiiii komm besser zu Mamaaaaaaa, der hat noch nicht gefrühstückt"... Ah ja. Mal abgesehen davon, dass Susi das Geschreie ziemlich egal ist und die Hundedame für keine 10 cent hört... 

Nun denn, man mag uns vorwerfen, dass wir nicht jedem zuschreien (über diverse Meter entfernt) warum unser Hund ein Körbchen trägt... aber ich appelliere doch sehr an die Hundemenschen dieser Welt, sich ein bisschen besser zu informieren! Ich finde zb einen generellen Hundeführerschein wirklich eine gute Idee. Liebe Bundesländer, tut es denen, die es bereits haben, bitte gleich. Das hilft ja schliesslich nicht nur , mit Menschen, die KEINE Hunde haben, ungewollte Hundeinteraktionen zu vermeiden, sondern auch, generelle Grundlagen in der Körpersprache des Hundes zu vermitteln! Wie oft hört man "der will doch nur spielen" und schwupps kommt ein pöbelnder Hund um die Ecke, der ganz klar signalisiert "hey das hier ist MEINE Strasse, mein Wald, mein Frauchen und überhaupt, was machst Du hier????" Da bin ich froh, wenn meiner ein Körbchen trägt, dann kann wenigstens nichts von meiner seite aus passieren... 

Leider fällt es auch vielen Hunden schwer, das, was da hinter Gittern auf sie zukommt, einzuordnen. Die meisten Hunde sind einen solchen Anblick nicht gewöhnt und reagieren erst einmal skeptisch. Verständlich, aber was wäre, wenn sie öfter solchen Hunden begegnen würden? das wäre dann wohl kein Problem mehr. Schade, wenn ihnen diese Erfahrung durch die Haltung ihrer Besitzer so oft genommen wird. 

Aber: es gibt sie auch, die netten Menschen, so treffen wir morgens oft eine ältere Dame mit Boxer, die unseren Hund LIEBT, ob mit oder ohne Körbchen, das ist ihr egal! der Schmuser freut sich immer, wenn sie um die Ecke kommt und wedelt mit seinem Stummelschwänzchen als wollte er gleich abheben. Jeden morgen fragt sie mich aufs neue "muss das denn sein?" und strahlt ihn dabei an, und jeden Morgen erkläre ich ihr aufs neue das Warum... und immer sagt sie "ach ja na dann...."

Tja  - leider muss es manchmal sein. Aber so lang die meisten Menschen - egal ob Hundehalter oder nicht - sich nicht einmal die Mühe machen, nachzufragen, warum er denn ein Körbchen trägt, wird ein normaler Umgang mit diesem Thema nicht leicht sein. 
Wir hoffen, dass jeder, der einen "Körbchenhund" hat, den Mut hat, stolz auf diesen Hund zu sein! Wir hoffen auch, dass ein Maulkorb endlich, wie in anderen Nachbarländern schon lang, zum Alltag gehört. Wir arbeiten an der Aufklärung und freuen uns umso mehr, wenn jeder einzelne seinen Teil dazu beiträgt, und wenn es nur durch das Teilen und Verbreiten dieser Seite ist. 

Vielen Dank 
Euer Pro Maulkorb Team

Freitag, 13. September 2013

MANTRAILING MIT MAULKORB? ABER SICHER!

Letztes Wochenende standen wir vor der grossen Frage: 
Können wir mit unserem Hund trailen gehen, auch wenn er Leinen- und Maulkorb Pflicht hat? Wir waren uns ehrlich gesagt nicht ganz sicher, unsere Trainerin auch nicht. Allein der "Unbedenklichkeitstest" vorab war für uns die grosse Frage. Ein Hund, der trailt, sollte angsfrei und nicht aggressiv sein...Nun ja, diese Dinge treffen ja nunmal leider nur bedingt auf Rufus zu.... 

Es kam der Tag der Tage und Rufus war natürlich dabei! Den Unbedenklichkeitstest hat er mit Bravour gemeistert (Yeah erste Hürde geschafft!) und dann gings los. Leider an der kurzen Leine, was die Bedingungen dann doch ein wenig erschwert für Hund und Halter, denn der Hund will nach vorn, der Halter muss hinterher, ist aber manchmal schlichtweg zu langsam, wenn es durch die Büsche geht... Aber auch da, oh Wunder, Rufus fand es gar nicht soooooo schlimm und ist mit seinem Maulkorb PERFEKT auf der Spur geblieben, hat Abzweigungen ohne Zögern genommen und hat die fremde Person - ohne jegliche Aggression - im Versteck gefunden! 


Ich kann also nur jedem, der nicht weiss, wie er seinen Hund an der kurzen Leine draussen auslasten soll, das Trailen empfehlen! Darüber hinaus gibt es das Trailen auch in Form von Theratrailing. Was das ist? Gerade für ängstliche Hunde kann man diese Art der Beschäftigung nutzen, um sie unter Ablenkung an Umweltreize zu gewöhnen! Das K9 Suchhundezentrum bietet hier weitere Informationen an. 


Rufus hat es sehr gut getan, er ist entspannt an allem, was bei ihm bisher Unsicherheit ausgelöst hat, vorbeigetrailt und es hat ihn überhaupt nicht gestört. Sicherlich wird es nicht bei allen Hunden "einfach so" funktionieren, aber ich möchte an dieser Stelle eine Lanze brechen für unsere "Körbchenhunde", die zumindest DIESEN Hundesport auch mit Auflagen betreiben können, egal wie viele Skeptiker es geben mag. 

Wer weitere Informationen wünscht, kann sich gern direkt an uns wenden. 

Donnerstag, 12. September 2013

ACHTUNG

Liebe Leser,

wir möchten Sie darauf aufmerksam machen, dass seit Juli eine neue Einreisebestimmung für Kroatien eingeführt wurde!!!! 

Seit dem 1.7.13 ist die Einreise nach Kroatien mit „als gefährlich eingestufte Hunderassen“ wie den Pitbull-Terrier oder aus seiner Rasse gezüchtete Hunde, die nicht im Verzeichnis des Kynologischen Weltverbandes (FCI) eingetragen sind, verboten!!!

Die Kroatische Botschaft äussert sic dazu wie folgt: 

Aufgrund des § 2, Abs. 1 der Verordnung über gefährliche Hunde gilt als „gefährlich“ irgendein Hund, ungeachtet seiner Rasse, der:
- ohne ersichtlichen Grund, einen Menschen angegriffen, ihm körperliche Verletzungen zugefügt oder ihn getötet hat,
- ohne ersichtlichen Grund einen anderen Hund angegriffen und ihm körperliche Verletzungen zugefügt hat,
- gezüchtet und/oder ausgebildet ist für Hundekämpfe oder im organsierten Hundekampf mit einem anderen Artgenossen vorgefunden ist, sowie
- Hunde der Rasse Terrier, Typ Bull, die nicht aus der Züchtung aus § 8 Abs. 1 der Verordnung (Pittbull Terrier) und deren Krezungen stammen.
Weiterhin wird im § 11 derselben Verordnung festgelegt, dass Durchfahrt, Verbringung und vorläufiger Aufenthalt auf dem Gebiet der Republik Kroatien von Hunden der Rasse Terrier, Typ Bull und deren Kreuzungen, die in das Register der F.C.I nicht eingetragen sind, nicht gestattet ist.
Aufgrund des oben Genannten ist die Verbringung und der vorläufige Aufenthalt auf dem Gebiet der Republik Kroatien für Hunde z.B. der Rasse Rottweiler und Kangal gestattet, während die Verbringung des Mischlings Staffordshire Terrier nicht erlaubt ist, weil gemäß § 8 der Verordnung über gefährliche Hunde nur Hunde der Hunderassen Terrier, Typ Bull – Staffordshire Bullterrier, American Staffordshire Terrier, Bullterrier und Mini Bullterrier aus kontrollierter Zucht, die einen Abstammungsnachweis des Kroatischen Kynologieverbands haben und in das Kroatische Zuchtbuch eingetragen sind oder einen Abstammungsnachweis des Kynologieverbands eines der Mitgliedsländer der F.C.I. haben, auf das Gebiet der Republik Kroatien verbracht werden können

Montag, 15. Juli 2013

Studie zu «Wahrnehmungen von Hunden in der Gesellschaft»

Was die Schweizer schon 2008 wussten, wissen wir Deutschen leider immernoch nicht (oder wollen es nicht wissen)... So wurde damals in der Schweiz eine Studie durchgeführt, um die Wahrnehmung unterschiedlicher Rassen, auch teilweise mit Maulkorb auf die Gesellschaft zu testen, mit für uns sicher nicht überraschendem Ergebnis: 

SCHAFFHAUSEN/WINTERTHUR. Um zu sehen, wie die Vorurteile gegenüber Hunden in unserer Gesellschaft wirlich aussehen, wurde durch die regional verankerte Bettina Stemmler eine interessante Studie angefertigt.

Dank des kleinen Prozentteils der Tiere, welcher sich oft wegen falscher Sozialisierung und Erziehung problematisch verhält, ist die Diskussion über "gefährliche Hunde" immer wieder in aller Munde. In diesem Kontext startete die langjährige hundebegeisterte Bettina Stemmler (25) aus Birchwil ein Forschungsprojekt. Dies als Abschlussarbeit ihrer Weiterbildung zur dipl. tierpsychologischen Beraterin IET. Thema: «Wahrnehmung von Hunden in der Gesellschaft.»

Um herauszufinden, wie Menschen sich wirklich verhalten, wenn sie sich unbeobachtet fühlen, setzte sie eine Testperson mit einem oder mehreren Hunden auf eine Bank. Zu den «getesteten» Rassen gehörten Labrador, West Highland White Terrier, Scottish Terrier, Border Collie und Belgischer Schäferhund (Tervueren), letzterer auch mit Maulkorb. Getestet wurde jeweils mit dem Hundehalter und danach mit der Hundehalterin. Dann wurden 320 Passantenreaktionen erfasst. Und welches ist das erstaunlichste Resultat? «Hunde wirken wirklich stark auf die Passanten, jedoch abhängig von ihrem Aussehen», so Stemmler. 

So schauten 73,8 Prozent der Personen beim Vorbeigehen den Hund an. Von diesen Personen lächelten 42,2 Prozent beim Blickkontakt mit dem Tier. Rund 11,6 Prozent sprachen an, davon 78,3 Prozent aber zuerst den Hund. 
Von den Ansprechenden berührten 21,7 Prozent dann auch das Tier. «Den grössten Hinsehfaktor hatte aber unser Testhund mit dem Maulkorb mit 95 Prozent hinguckenden Passanten», so Stemmler. 

So sei der Hund mit Maulkorb deutlich häufiger angesehen worden als das gleiche Tier ohne den Bissschutz. «Es lässt sich also bezweifeln, dass der Maulkorb eine beruhigende Wirkung hat», so Stemmler.

Weitere Zahlen Bei den kleinen Hunden konnte bei den Farben kein ersichtlicher Unterschied beim Hinschauen festgestellt werden, allerdings lächelten mehr Menschen die hellfarbigen an, während es bei den grossen Hunden genau umgekehrt war. «Dies ist entgegen den Erwartungen. Es könnte aber sein, dass es der extrovertierte und freundliche Charakter des grossen, schwarzen Hundes war, der viel Lächeln auf die Gesichter zauberte. Lächeln kann auch ein Indiz von Unsicherheit sein, jedoch halte ich erstere Erklärung für plausibler», so Stemmler. 

Kaum hatte ein Hund einen Maulkorb, wurde er zum erhöhten Blickfang. Als man drei kleine Hunde auf einmal testete, wurden diese deutlich mehr angesehen als ein einzelner kleiner Hund derselben Rasse, jedoch auch häufiger angelächelt.  Für männliche Singles kann der Hund eine Bereicherung werden. So zeigte sich, dass weibliche Passanten häufiger einen Mann mit seinem Tier anlächelten als ein männlicher Spaziergänger eine Hundebesitzerin. 

Neben den Beobachtungen erstellte Stemmler aber noch einen Fragebogen mit Fotos der Tiere, um zu sehen, ob die Sympathiebewertungen mit der Realität bei Nichthundehaltern übereinstimmt. 

Der grösste Unterschied zwischen den Geschlechtern liegt wieder beim Thema Maulkorb. Während 50 Prozent der Frauen zugaben, Angst vor diesem zu haben, waren es bei den Männern gerade einmal 16,7 Prozent. «Hier vermute ich, dass es für Männer ein Problem ist, zuzugeben, Angst zu haben, dass ist sozial unerwünscht», so Stemmler.

Die gesamte Studie gibt es unter www.scotties.ch

Donnerstag, 11. Juli 2013

MUENCHEN - Umstrittene Leinenpflicht tritt in Kraft

Ab heute gilt das neue Gesetz in München - Jeder Hund, der eine Schulterhöhe von mehr als 50 cm hat, muss von heute an vielerorts in München an die Leine. Viele Tierfreunde finden dies unangemessen und übertreiben, denn auch kleine Hunde können "Schaden" anrichten, unerzogen oder gar gefährlich sein. Trotz aller Kritik konnte das Gericht durchgesetzt werden. Wer sich nicht an die Regelung hält, muss mit hohen Strafen rechnen. 
Der Stein des Anstosses: die Leinenpflicht tritt vor allem an Stellen in Kraft, die bisher als Hundeauslaufgebiete angesehen waren. Zwar wird vom Kreisverwaltungsreferenten Wilfried Blume Beyerle beteuert, dass grundsätzlich ein Hund die Möglichkeit zum Freilaufen haben solle, wofür München bisher auch unter Hundefreunden bekannt war, dennoch steigt die Zaht der Ausnahmen an: 
Innerhalb des Alstadtrings ist nun Leinenpflicht, ebenso sämtliche Fussgängerzonen, verkehrsberuhigte Bereiche mit Spielstrassenschild sowie öffentliche Märtke, Versammlungen und Veranstaltungen. Spielplätze waren bisher verboten und bleiben es auch weiterhin, dazu kommt allerdings, dass auch "um den Spielplatz herum" ein "grosser" (also grösser als 50cm) Hund nicht mehr von der Leine darf, sprich an den Bänken oder den Wegen um Spielplätze herum. Diese Regelung gilt für öffentliche UND private Spielplätze. 
Natürlich ist die Verärgerung gross, vor allem, weil die Verordnung ohne eine einzige Gegenstimme den Stadtrat passiert hat. Aber: 
Es gab gute Gründe, die Verordnung überhaupt anszustreben. so sind doch im letzten Jahr mit einer doppelt so hohen Anzahl als im Vorjahr 371 Vorfälle mit Hunden gemeldet worden, davon 140 Fälle besonders schwer, bei denen auch sicherheitsrechtlich eingegriffen wurde. Vor allem eine Attacke auf ein zweijähriges Mädchen in Harlaching, welche überregional bekannt wurde, brachte die Regierung in Zugzwang. 
Natürlich ist eine solche Steigerung auch der grösseren Sensibilität der MItbürger zuzuschreiben, dennoch leben immer mehr Hunde in München und die wenigen, die für diese Vorfälle verantwortlich sind, sind nun der Grund für die Beschränkung für alle Vierbeiner. 
Die Stadt wächst, die Zahl der Hunde auch, so begründet die Stadt, dass man das Geschehen nicht einfach sich selbst überlassen könne und einfach mehr Gebiete mit Leinenpflicht einführen müsse. Viele andere Grossstädte haben bereits eine solche Regelung, für die hundefreundlichen Münchner wird es wohl eine Weile dauern, sich daran zu gewöhnen. 
Die neuen Regelungen lassen nur wenig Spielraum zur Interprepation, so ist nach der deutschen Verordnung eine Leine bekanntlich reissfest und von maximal 2 Metern länge, auch eine "Flexleine" sollte mit Vorsicht genutzt werden. Die Leine muss sicher am Halsband oder Geschirr befestigt sein. Eine Retreiverleine ist ebenfalls eine Grauzone, da diese nicht als "sicher befestigt" gilt. 
Auch bei der Grösse des Hundes spielen Rassestandards keine Rolle, sondern nur die individuelle Grösse des eigenen Hundes. Erwachsene Schäferhunde, Boxer, Dobermänner und Deutsche Doggen fallen grundsätzlich unter die neue Verordnung. Auch wenn sie von kleiner Statur sind.
Viele Hundehalter sehen diese Grössenangabe als schwierig und willkührlich, dem stimmt sogar Blume Beyerle zu, der selbst ehemals einen Berner Sennenhund besass. Dies is aber nicht in der Hand der regionalen Politiker, denn der "grosse" Hund ist bundesweit festgelegt. Die Kommunen können also nur in diesem Rahmen Verordnungen erlassen, somit können generelle Verbote nicht einfach auf alle Hunde ausgeweitet werden. 
Unverändert bleiben die Regelungen bei U- und S-Bahn - hier muss immer angeleint werden - sowie in den städtischen Grünanlagen, wo Hundebesitzer schon jetzt mit grünen Pollern auf Bereiche mit Leinenpflicht hingewiesen werden. Die Größe des Tieres spielt dabei keine Rolle. Im Westpark gilt die Regelung flächendeckend - wie übrigens eigentlich auch in den großen staatlichen Parks wie Englischer Garten oder Nymphenburger Schlosspark, auch wenn vor allem im englischen Garten dieser Regelung bisher nicht immer Folge geleistet wurde. Dies sollte man sich zukünftig sehr gut überlegen, denn die Strafen können empfindlich hoch werden.
Zwischen fünf und 1000 Euro kann das Kreisverwaltungsreferat von Leinen-Sündern kassieren. Theoretisch. In der Praxis, so schätzt Blume-Beyerle, dürften für einen freilaufenden Hund in der Fußgängerzone etwa 100 bis 300 Euro fällig werden. Die Zahl der Kontrolleure hält sich allerdings in Grenzen. Auch wenn die Behörde zwei zusätzliche Mitarbeiter in den Außendienst schickt.
Zusätzlich kümmern sich die Experten des Referats auch um gemeldete Vorfälle mit Hunden, denen in jedem Einzelfall nachgegangen wird. Denn der Knackpunkt, das ist auch Blume-Beyerle klar, ist nicht die Größe, sondern das tatsächliche Verhalten des Tieres. Und das lässt sich in den meisten Fällen von den Haltern beeinflussen durch Training und Erziehung - weshalb die Stadt auch den sogenannten Hundeführerschein voranbringen will. Als Anreiz, einen entsprechenden Kurs zu belegen, ist eine einjährige Befreiung von der Hundesteuer im Gespräch. Der Stadtrat hat jedoch noch keinen Beschluss gefasst.
Deutlich strengere Vorschriften gelten für Kampfhunde, die auf Straßen und Plätzen der gesamten Stadt "zu jeder Tages- und Nachtzeit" an der Leine gehalten werden müssen. Ausnahmen genießen dagegen Blindenhunde, Hütehunde und Diensthunde der Polizei oder von privaten Sicherheitsunternehmen.